Naturnah gärtnern

Naturnah gärtnern – worauf ist zu achten?

Weniger ist mehr, d.h. mit bestem Gewissen mal die Faulheit genießen und gleichzeitig die Umwelt schützen. Z.B. durch den mähfreien Mai und generell weniger Gartenarbeit.

Der ökologische Garten:

Ein ökologischer Garten hilft dabei, die Artenvielfalt zu erhöhen, den CO₂-Ausstoß zu verringern, die Natur zu stärken und sich an die Folgen des Klimawandels – wie Hitze, Trockenheit oder Starkregen – besser anzupassen. Durch naturnahe Gestaltung wird der Garten zu einem kleinen Ökosystem, das Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere bietet und gleichzeitig das Mikroklima verbessert. Jeder Garten kann so einen Beitrag gegen den Klimawandel und zum Artenerhalt leisten.

 

Mehr Lebensraum und Nahrung für Tiere

 

 

 

 

 

 

    • Vielfalt statt Monokultur – Eine vielfältige Bepflanzung unterstützt das natürliche Gleichgewicht im Garten.

    • Blumen-Kräuter-Klimarasen statt „normalem Zierrasen“ für wenig genutzte Bereiche.

    • Heimische Blühpflanzen mit ungefüllten Blüten und unterschiedlichen Blühzeiten.

    • Heimische Bäume, Sträucher und Stauden sind wichtige Lebensräume und Nahrungsquellen für Insekten, Vögel, Eichhörnchen, Igel und viele andere Tiere. Sie liefern Nektar, Pollen, Früchte, Samen, Nüsse und bieten Nist- und Versteckmöglichkeiten.

    • Unterschlupfmöglichkeiten: Totholzecken, Steinhaufen, Wildblumenwiese, Sandecken und Laubhaufen -> Igel, Kröten, Insekten und viele Kleintiere benötigen Laub-, Ast- und Steinhaufen als Unterschlupf, Überwinterungsquartier oder Brutstätte. Viele Wildbienenarten nisten im Totholz oder im Sandboden.

    • Vögel finden im ökologischen Garten ausreichend Nahrung (Insekten, Larven)

    • Keine Pestizide verwenden und nur sparsam und ökologisch düngen, z.B. mit Kompost

    • Wasserstellen: naturnahe Teiche oder kleine Wassertränken sind überlebenswichtig für Vögel, Insekten, Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger. Ohne Wasser kein Leben.

Insektenfreundliche Pflanzen:

 

    • Liefern reichlich Nektar und Pollen

    • Haben lange Blütezeiten vom Frühjahr bis in den Spätherbst

    • Sind einheimisch, also Teil des natürlichen Ökosystems der Region

    • Sind nicht überzüchtet (z. B. keine gefüllten Blüten, die für Insekten nutzlos sind)

Was ist nicht insektenfreundlich?

 

    • Gefüllte Blüten (z. B. viele Zuchtrosen, Dahlien, Geranien) bieten keinen Zugang zu Nektar/Pollen

    • Exotische Pflanzen: Oft nutzlos für heimische Insekten

    • Regelmäßig gemähter Zierrasen: Bietet keinerlei Nahrung oder Lebensraum

Klimaschutz, Wasserhaushalt und Luft- und Bodenqualität

 

    • Bepflanzte Flächen halten Regenwasser besser zurück.

    • Pflanzen verdunsten Wasser und kühlen die Umgebung (im Gegensatz zu heißem Zierrasen oder Steinflächen, die die Umgebung zusätzlich aufheizen).

    • Zierrasen muss oft gewässert werden, besonders im Sommer – das ist bei Wildstauden oder Kräuterrasen seltener nötig.

    • Bäume binden CO₂ aus der Luft und helfen so, den Klimawandel zu bremsen. Sie filtern Feinstaub und Schadstoffe aus der Luft und produzieren Sauerstoff. Sie spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung und verbessern die Bodenstruktur und das Mikroklima.

    • Häufig gemähter Zierrasen ist oft stark verdichtet und lässt wenig Luft und Leben in den Boden.

    • Kompostieren: Laub, Rasenschnitt, Holz-, Strauch-, Heckenschnitt, Fallobst -> Gartenabfälle können zusammen mit Bioküchenabfällen (Obst-/Gemüseabfälle, Tee/Kaffee einschließlich Filter) kompostiert werden. Kompost lockert den Boden, fördert das Bodenleben, die Bodenfruchtbarkeit und ersetzt Dünger und Torf. Kompost reduziert die Abfallmenge, Transport- und Entsorgungskosten und ist gelebte Kreislaufwirtschaft.

    • Laub im Garten belassen, auf Beete und unter Bäumen und Sträuchern verteilen: Laubdecke schützt den Boden vor Austrocknung, Frost und Erosion und bietet Unterschlupf für Tiere

Schutz vor Wind und Erosion

Bäume und Sträucher bremsen den Wind ab und schützen vor Bodenverlust durch Erosion. Ihre Wurzeln halten den Boden fest und verbessern die Bodenstruktur.

Ästhetik und Erholung

Pflanzen machen Gärten, Parks und Landschaften schöner und abwechslungsreicher. Sie wirken beruhigend und schaffen nachweislich eine angenehme Atmosphäre für Menschen.

Weniger Pflegeaufwand

Ein gepflegter Zierrasen muss regelmäßig gemäht, bewässert und gedüngt werden. Eine richtig angelegte Wildblumenwiese oder Staudenfläche kommt mit viel weniger Arbeitsaufwand aus.

Weitere Unterstützung für Tiere

 

    • Futterstellen für Vögel

    • Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse

    • Überwinterungshilfen für Igel

    • Wasserschalen/Tränken für alle Tiere, nicht nur Vogeltränken! Auch am Boden.

Was man beim Gärtnern beachten sollte:

 

    • so wenig wie möglich mähen (Kräuterrasen)

    • regionale, heimische Pflanzen

    • Strauchhecken (Hainbuche, Weißdorn, Schlehe…)

    • Laub auf Beete oder unter Hecken legen

    • Kompostieren

    • Zu einem Totholzhaufen stapeln

    • Wilde Ecken und „Unkräuter“ bewusst zulassen

    • so viele Grünflächen wie möglich schaffen

Was man besser lassen sollte:

 

    • Rasen wöchentlich mähen

    • Exotische Zierpflanzen

    • Kirschlorbeer- oder Thujahecken (giftig und nutzlos für Tiere)

    • Nasses Laub auf Gehwegen lassen

    • Alles in die Biotonne werfen

    • Große Äste entsorgen

    • „Ordnung“ über alles

    • Versiegeln, schottern